Der Atopy-Patch-Test

- Kein Geschrei und keine Tränen: der Atopy-Patch-Test ist schmerzlos.
Nahrungsmittelallergien spielen bei der Auslösung und Unterhaltung der Neurodermitis im Kindesalter eine wesentliche Rolle. Um eine Nahrungsmittelallergie nachzuweisen, wird generell ein Nahrungsmittel-Provokationstest durchgeführt. Diese Methode erweist sich jedoch im klinischen Alltag oftmals als schwierig und zeitaufwendig. Neuerdings wird ein viel versprechender Test bei der Diagnose von Nahrungsmittelallergien bei Neurodermitis empfohlen: der so genannte „atopy patch test“.
Kein Geschrei und auch keine Tränen als Schwester Gaby dem 5-jährigen Jan ein großes Pflaster auf den Rücken klebt. Grund: Der „atopy patch test“ tut nicht weh. Zehn Metallplättchen mit verschiedenen Nahrungsmittelproben stehen direkt mit der Haut in Kontakt, bis nach 24 Stunden die Plättchen wieder abgenommen werden. Nach weiteren 24 Stunden wird schließlich die Reaktion auf der Haut beobachtet und das Ergebnis kann abgelesen werden. Hierbei sollen insbesondere verzögerte Reaktionen erfasst werden, welche Rückschlüsse auf die Triggerung der Neurodermitis bezüglich bestimmter Nahrungsmittel erlauben. „Für die Kinder ist der ,atopy patch test‘ die angenehmste und schmerzloseste Methode zum Nachweis einer Nahrungsmittelallergie. Nur der Rücken muss trocken bleiben, ansonsten können die Kinder wie gewohnt herumtollen“, erklärt uns Schwester Gaby von der Ostseeklinik Kühlungsborn.
Schmerzlos für Kinder: der „atopy patch test“
Bisher wurden Nahrungsmittelallergien überwiegend durch einen Bluttest, den so genannten RAST oder den Prick-Test diagnostiziert. Bei letzterem erstreckt sich der Beobachtungszeitraum auf maximal 20 Minuten. Spätreaktionen werden dabei nicht berücksichtigt. „Zwanzig Minuten müssen die Kinder still sitzen. Zusätzlich löst das Histamin bei der positiven Kontrollreaktion einen unangenehmen Juckreiz aus.“ Das sei für viele Kinder fast unmöglich, berichtet Schwester Gaby aus ihrer langjährigen Erfahrung. Auch Dr. Wolf Nürnberg, Ärztlicher Direktor der Ostseeklinik Kühlungsborn, äußert sich positiv über die innovative Methode: „Mit Hilfe des ,atopy patch test‘ ist es nun möglich, bestimmte diagnostische Nahrungsmittelprovokationen überflüssig zu machen.“ Denn konnte durch diese Methode bereits eine positive Reaktion nachgewiesen werden, erübrigen sich im Allgemeinen weitere Tests. Außerdem seien schwer wiegende Komplikationen durch Zuschwellen der Luftwege selten zu erwarten, da die Allergene, wie beispielsweise Kuhmilch oder Eiweiß, nicht direkt mit der Mund- und Rachenschleimhaut Kontakt haben.
Der Test wird routinemäßig in der Ostseeklinik Kühlungsborn bei Neurodermitispatienten mit Verdacht auf Nahrungsmittelallergien durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass mit dem „atopy patch test“ nicht alle Nahrungsmittelunverträglichkeiten diagnostiziert wurden, aber alle positiven Testergebnisse durch eine anschließend durchgeführte Nahrungsmittelprovokation bestätigt werden konnten. Fazit: Bei Nahrungsmittelallergien dient der „atopy patch test“ als zusätzliches Hilfsmittel und stellt einen wesentlichen Bestandteil in der Palette der allergologischen Testung bei Neurodermitis dar.











