Sport mit Asthma
Bei Atemnot auch noch Sport? Die Vorstellung, dass Asthmatiker Sport treiben können und sogar sollen, erscheint zunächst absurd. Mediziner haben es oft genug beschrieben: körperliche Anstrengung kann zu Asthmaanfällen führen, dem so genannten anstrengungsverursachten Asthma.
Auslöser für das anstrengungsverursachte Asthma können kalte, trockene Luft und Allergene sein. Die klassische Sportart für Asthmatiker ist daher Schwimmen. Hier kommen eine hypoallergene Umgebung und feuchte, warme Luftverhältnisse zusammen. Beim Ausatmen unter Wasser benutzt man automatisch die richtige Technik der Lippenbremse, bei der die Atemluft durch einen schmalen Spalt der Lippen hinausgepresst wird. Doch ist insbesondere bei Kindern Schwimmen nicht übermäßig populär. Untersuchungen der Deutschen Sporthochschule Köln ergaben jedoch, dass auch innovative Trendsportarten wie Inline-Skating oder Klettern für asthmakranke Kinder geeignet sind. Wichtig ist jedoch, dass Asthmatiker regelmäßig ihre Werte kontrollieren, unter Anleitung eines so genannten Asthmatrainers Sport treiben und vor dem Training Aufwärmübungen durchführen.
Entscheidend zur Vermeidung des anstrengungsinduzierten Asthmas sind kurze, intervallmäßige Belastungen. Dies konnten jüngst französische Mediziner im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie bestätigen. Bei fast allen der untersuchten 30 Kinder verminderten kurze, wiederholte Aufwärmübungen das Auftreten von Bronchokonstriktionen. Welche Mechanismen im Körper dafür verantwortlich sind, ist bislang noch ungeklärt. Diskutiert wird die Freisetzung inhibitorisch wirkender Hormone, der Prostaglandine. Ein anderes Modell geht davon aus, dass bei jeder kurzzeitigen Belastung des Aufwärmens ein Teil der Entzündungsmediatoren freigesetzt wird, so dass die Reservoirs anschließend leer sind. Asthmatiker, die so gut vorbereitet Sport treiben, verbessern ihre körperliche Leistungsfähigkeit enorm. Das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur werden gekräftigt und der Brustkorb beweglich gehalten. Hinzu kommt der psychosoziale Effekt. Die Erfahrung der eigenen körperlichen Leistungsfähigkeit stärkt das Selbstbewusstsein, macht auf der anderen Seite jedoch die Grenzen der eigenen Belastungsfähigkeit auch für den Alltag deutlich.
Die Sporttherapie populärer zu machen und die Zahl der Lungensportgruppen zu erhöhen, hat sich die Arbeitsgemeinschaft Lungensport in Deutschland zur Aufgabe gemacht. Hier erhalten zum Beispiel auch Patienten nach ihrem Aufenthalt in der Klinik Adressen von Lungensportgruppen in der Umgebung ihres Wohnortes.
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