Natürlich heilen mit Reizklima
Klimaveränderungen beeinflussen den menschlichen Organismus, und so sollte bei der Wahl des Behandlungsortes auf die klimatischen Bedingungen geachtet werden.
Das Reizklima ist ein wichtiges therapeutisches Mittel zur Behandlung von Haut- und Atemwegserkrankungen. Die Ostseeklinik Kühlungsborn bietet mit dem milden Ostsee-Reizklima ideale Voraussetzungen. Dank der geographischen Lage herrscht hier eine Art Inselklima, dessen natürliche Heilkraft zu einer Abhärtung und Umstimmung des Organismus führt.
Die positiven Effekte dieses Klimas sind auf verschiedene Wirkungskomplexe zurückzuführen. Man spricht vom thermisch-hygrischen, vom aktinischen und vom chemischen Wirkungskomplex. Im Wesentlichen geht es dabei um die verschiedenen Schon- und Reizfaktoren der Luft und der Sonne, die den menschlichen Organismus beeinflussen.
Die größte therapeutische Bedeutung im thermisch-hygrischen Wirkungskomplex hat die kühle Luft. Sie lindert beispielsweise bei Neurodermitis den Juckreiz und führt bei Patienten mit Atemwegserkrankungen zu einer tieferen Atmung, wodurch die Lungen besser belüftet werden. Als Reizfaktor bewirkt der kühle Wind eine Abhärtung des Organismus. Auf die Kältewirkung reagiert der Körper mit einer Engstellung der kleinen Blutgefäße in der Haut (physikalische Wärmeregulation) und mit erhöhter Stoffwechseltätigkeit (chemische Wärmeregulation). Ausgelöst durch den Kältereiz, schüttet zudem die Nebennierenrinde vermehrt Cortison aus, wodurch der Heilungsprozess der Haut und der Schleimhäute unterstützt wird. Zum chemischen Wirkungskomplex gehört die reine Luft mit ihrem Anteil an maritimem Aerosol. Es wirkt zum einen schuppenlösend auf der Haut und zum anderen auf der Schleimhaut der Atemwege schleimlösend. Auch Bäder im salzhaltigen Meer tragen zur Heilung von Hautschäden bei. Der dritte, der so genannte aktinische Wirkungskomplex ist die Sonne. Die heilsamen Strahlen der tief stehenden Sonne sind am Meer besonders wirksam, da hier weder Berge noch Hügel den Horizont abschirmen. Die Sonne steigert die Hautdurchblutung und regt das Immunsystem und die Bildung des körpereigenen Cortisons an. Hierdurch ist eine langfristige Verbesserung des Gesundheitszustandes gewährleistet.
Besonders wirksam ist die Klimabehandlung in den kälteren Monaten des Jahres. Für chronisch Hautkranke ist diese Zeit im Allgemeinen besonders schwierig. Wenig Luft und kaum Licht gelangen an die kranke Haut, draußen ist es feucht und kalt, drinnen trocknet die Heizungsluft die Haut aus. Auch Patienten mit Atemwegserkrankungen ergeht es nicht viel besser. Deshalb bietet sich insbesondere die Winterzeit für eine Reizklimatherapie an.













