Nahrungsmittel-Allergenen auf der Spur
Eine Allergiediagnose steht immer auf vier Säulen: Anamnese, Hauttests, Blutuntersuchung und Provokationstests. Schon mit einer sorgfältigen und gezielten Anamnese lassen sich verdächtige Nahrungsmittel herausfinden, die möglicherweise als Allergen wirken. Die gewissenhafte Führung eines Ernährungstagebuches kann die oft kriminologische Suche nach dem vermuteten Allergen erleichtern. Im nächsten Schritt werden im Blut des Patienten Antikörper gegen das mögliche Allergen gesucht. Bei der Auswertung sollte jedoch eingehend darauf geachtet werden, ob das Untersuchungsergebnis auch mit den Symptomen des Patienten in Einklang zu bringen ist. Denn "reine" Laborbefunde ohne klinische Relevanz bedürfen keiner Behandlung.
Eine wichtige Rolle bei der Allergensuche spielen die Hauttests. Sie geben mit ihrem Ergebnis zwar keinen 100-prozentigen Beweis für das krankheitsauslösende Allergen, sind aber für die orientierende Einschätzung der Überempfindlichkeit (Sensibilisierung) des Patienten gegenüber den Testsubstanzen eine wichtige Aussage. Die zwei im Folgenden aufgeführten Hauttests sind besonders wichtig und werden in unserer Klinik regelmäßig eingesetzt:
- Prick-Test
Dieser Test wird auch Stich-Test genannt. Mit ihm kann die Hautempfindlichkeit gegenüber Pollen-, Milben- und anderen Allergenen, die eine Sofortreaktion auslösen, getestet werden. Ein Tropfen der Testlösung mit dem standardisierten Allergen wird auf die Hautoberfläche aufgetragen. Die Spitze einer Lanzette wird durch die Testlösung senkrecht eine Sekunde lang auf die Haut gepresst. Dieses Vorgehen wird an allen Teststellen wiederholt. Die Ablesung erfolgt nach 15 Minuten. Als Maß für eine positive Reaktion gilt der größte Quaddeldurchmesser. - Atopy-Patch-Test
Diesen Test bezeichnet man auch als Epikutan- oder Pflastertest. Mit ihm werden Nahrungsmittel-, Kontakt- und andere Allergene, die eine Spätreaktion verursachen, getestet. Es werden spezielle Pflasterstreifen mit Verdünnungen der zu testenden Substanzen beschichtet und auf die Rückenhaut des Patienten aufgeklebt. Die Ablesung erfolgt nach 48 und 72 Stunden, in begründeten Fällen noch einmal nach 96 Stunden. Als Maß für ein positives Ergebnis gilt die Ausdehnung der Spätreaktion in Form einer Erhebung, Rötung und/oder eines Ekzems der Haut an der Teststelle.
Nahrungsmittelkarenz und Nahrungsmittelprovokation
Die Nahrungsmittelkarenz mit anschließender Provokation stellt die zuverlässigste Methode dar, eine Nahrungsmittelallergie zu erkennen. Im Provokationstest können in Form eines Doppelblindtests die klinischen Beschwerden durch weitgehende Nachahmung der natürlichen Bedingungen ausgelöst werden. Doppelblind heißt, dass keiner der Beteiligten - Patient oder Arzt - die Testsubstanz kennt, damit die Beurteilung der Reaktion nicht subjektiver Fehleinschätzung unterliegt, sondern möglichst objektiv ist.












