Wenn das Immunsystem überreagiert
Diagnostische Verfahren bei Heuschnupfen in der Ostseeklinik Kühlungsborn
Ursache für die allergische Rhinitis ist eine Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems gegenüber körperfremden, unschädlichen Substanzen, die von diesem als Allergene erkannt werden. Den Auslösern der Erkrankung auf die Spur zu kommen, ist zwingende Voraussetzung für eine gezielte und erfolgreiche Therapie. In der ambulanten Behandlung ist dies oft schwer umzusetzen. Meist bringt erst ein stationärer Aufenthalt einen lang anhaltenden Therapieerfolg. Die Ostseeklinik Kühlungsborn verfügt über eine Vielzahl hochmoderner Verfahren zur umfassenden Diagnose der allergischen Rhinitis.
Als Basis der Diagnostik aller allergischen Erkrankungen ist vor der Einleitung spezifischer Verfahren die detaillierte und umfassende Erhebung der Krankengeschichte (Anamnese) notwendig. Dazu gehören Fragen nach den Beschwerden, dem Krankheitsverlauf, der örtlichen und zeitlichen Abhängigkeit, dem Vorliegen weiterer allergischer Erkrankungen in der Eigen- und Familienanamnese. Sowie nach bereits nachgewiesenen allergischen Reaktionen, sonstigen früheren oder bestehenden Erkrankungen, der häuslichen Umgebung, der beruflichen Tätigkeit, Ernährungsgewohnheiten und den derzeit eingenommenen Medikamenten. Bei Verdacht auf Heuschnupfen sind insbesondere die Jahreszeiten zu ermitteln, in denen die Symptome auftreten, und mit einem Pollenflugkalender zu vergleichen. Zu beachten sind auch so genannte Kreuzallergien auf „pollenassoziierte“ Nahrungsmittelallergene.
Unterschiedliche Hauttestverfahren
Nach der Erhebung der Anamnese können dann gezielt spezifische allergologische Diagnoseverfahren durchgeführt werden. Der Pricktest ist das gebräuchlichste Hauttestverfahren, bei dem entweder an den Innenseiten der Unterarme oder im Bereich des oberen Rückens ein Tropfen eines auf die Haut aufgebrachten Allergenextrakts mit einer speziellen kurzen Nadel oberflächlich in die Haut eingebracht wird. Liegt eine Sensibilisierung (spezifische IgE-Antikörper) auf eines oder mehrere der getesteten Allergene vor, kommt es zur Ausbildung einer Sofortreaktion. Diese ist gekennzeichnet durch eine spezifische Hautreaktion im Sinne einer Rötung bzw. einer Quaddel, die unter Berücksichtigung des Schweregrades nach 15–20 Minuten ausgewertet wird.
Mittels verschiedener technischer Verfahren (RAST/EAST = Radio/Enzym-Allergo-Sorbens- Test) können spezifische IgE-Antikörper auf einzelne Allergene im Blut nachgewiesen werden. Doch auch hier bedeutet der Nachweis zirkulierender Antikörper ebenso wie die positive Hauttestreaktion nicht gleichzeitig den Beweis für das Vorliegen einer Allergie. Zum Teil sind weitere Verfahren notwendig, um den Beweis zu erbringen, ob die ermittelten Antikörper eine Bedeutung für die Auslösung der angegebenen Symptome besitzen. In den so genannten Provokationstestungen werden Allergenextrakte auf die Nasenschleimhaut mit anschließender Messung des Luftflusses durch die Nasenöffnungen (Rhinomanometrie) oder die Augenbindehaut aufgebracht, um eine mögliche Reaktion nachzuahmen.
Letztendlich kann nur eine präzise Anamnese mit darauf basierenden allergologischen Testverfahren den Nachweis einer relevanten Allergie als Ursache der typischen Beschwerden erbringen. Bei chronischen nasalen Beschwerden mit zusätzlichen chronischen Erkrankungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) sind auch weitere diagnostische Verfahren notwendig, um andere Ursachen nachweisen bzw. ausschließen zu können. Dazu gehören neben einer direkten Untersuchung des nasalen Sekrets technische Methoden wie eine Sonographie, Röntgenaufnahmen und gegebenenfalls eine Computertomographie der Nasennebenhöhlen.












