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Erfolg versprechende Therapiemethoden

Neue Erkenntnisse in der Asthmatherapie werden in der Ostseeklinik Kühlungsborn umgesetzt

Asthma zählt zu den häufigsten chronischen Atemwegserkrankungen. Nur wenige der Betroffenen werden optimal behandelt, obwohl es heutzutage Erfolg versprechende Therapiemethoden gibt, die – richtig eingesetzt und konsequent durchgeführt – eine volle Belastbarkeit des Patienten ermöglichen. „Von der Theorie zur Praxis“: Daran orientiert sich die Ostseeklinik Kühlungsborn, indem sie stets neue Erkenntnisse aus der Asthmaforschung umsetzt und bei ihren Patienten anwendet.

Ostseeklinik Kühlungsborn, Dermatologie, Pneumologie, Pädiatrie, Allergologie
Sport und Bewegung sind auch für Asthmapatienten gut. Das allergen- und schadstoffarme Reizklima der Ostsee lindert zusätzlich Beschwerden.

Bei Atemwegserkrankungen laufen viele Behandlungsmaßnahmen von ganz alleine ab. Denn das allergen- und schadstoffarme Reizklima der Ostsee bietet eine natürliche Basis für eine erfolgreiche Asthmabehandlung: Die salzhaltige Luft lässt die Bronchien abschwellen und beseitigt den Schleim. Allerdings reicht der Aufenthalt in der Reizklimazone alleine nicht aus. Eine individuell auf den Patienten ausgerichtete medikamentöse Therapie ist der Grundstein einer jeden Asthmatherapie.

Die Therapiestrategie für einen Patienten, gleichgültig welchen Alters, erfolgt in mehreren Phasen. Nach einer gründlichen Erstanalyse, die Lungenfunktions-, Röntgen- und Laboruntersuchungen einschließt, wird vom Arzt eine anfängliche Dauertherapie eingeleitet. Generell gilt, dass einer inhalativen Therapie, das heißt einer Behandlung mit eingeatmeten Medikamenten, stets der Vorzug gegeben wird. Hierbei sind je nach Alter des Patienten verschiedene Inhaliersysteme anzuwenden.

Medikamentöse Behandlung auch bei leichtem Asthma wichtig

Die Therapie trägt dem Alter des Patienten und dem Schweregrad seiner Erkrankung Rechnung. Selbst leichte Formen eines Asthmas werden heutzutage dauerhaft antientzündlich behandelt. Dies hat folgenden Grund: Bei der Diagnose Asthma bronchiale ist immer eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut beteiligt. Diese muss unbedingt mit geeigneten Medikamenten angegangen werden, um den Verlauf der Erkrankung so günstig wie möglich zu gestalten. Zu den antientzündlich wirkenden Mitteln gehören in erster Linie Kortisonpräparate (Beclometason, Budesonid, Fluticason, Flunisolid u. a.), die, weil sie eingeatmet werden, praktisch keine unerwünschten Nebenwirkungen entfalten. Handelt es sich um eine allergische Ursache des Asthmas, kann das sog. DNCG (Dinatriumcromoglicicum) die Ausschüttung von Entzündungsstoffen aus den Zellen bremsen. Schließlich sind bestimmte Arzneimittel wie die so genannten Sympathikomimetika in der Lage, eine Erweiterung der Atemwege durch Entkrampfung der Bronchialmuskulatur zu bewirken. Hierbei kann man kurzzeitig (Salbutamol, Terbutalin, Fenoterol u. a.) und langzeitig wirkende (Salmeterol, Formoterol) Mittel unterscheiden.

Bei Beschwerdezunahme wird jeweils – bevor die nächsthöhere Behandlungsstufe eingeleitet wird – überprüft, ob sich die Umgebungsbedingungen wie Allergen- oder Schadstoffbelastung verändert haben oder ein Infekt der oberen Atemwege eingetreten ist. Danach erfolgt der Übergang in die Therapiestufe eines mittelschweren oder evtl. auch schweren Asthmas. Hierbei werden die bereits genannten Arzneimittel häufiger bzw. auch in einer höheren Dosierung eingesetzt; eventuell gelangen auch weitere Mittel wie Theophyllin zum Einsatz. Wird durch sorgfältige Untersuchung ein sicherer Therapieerfolg in den letzten 3–6 Monaten ermittelt, kann man eine Therapiereduzierung versuchen.

Klinische Forschung läuft auf Hochtouren

Die klinische Forschung auf diesem wichtigen medizinischen Gebiet ist in vollem Gang. Deshalb sind neue Erkenntnisse für unsere Klinik und unsere Patienten von großem Interesse. Hier ist beispielsweise Nedocromil zu nennen. Es handelt sich um eine arzneiliche Substanz zur Inhalation mit einer dem DNCG ähnlichen, allerdings intensiveren Wirkung. Weiterhin haben die so genannten Leukotrien-Antagonisten insbesondere Eingang in die Therapie des Anstrengungs-Asthmas gefunden. Dieses spielt vorrangig im Kindesalter eine große Rolle. Diese Mittel wirken gezielter, häufig auch intensiver krampflösend auf die Bronchialmuskulatur als die schon erwähnten Sympathikomimetika und zeichnen sich darüber hinaus durch geringere Nebenwirkungen aus.

Einen neuen Wirkungsbereich eröffnen die Therapiemethoden, die direkt oder indirekt am Immunsystem angreifen. Bei einem allergischen Asthma sollte auf jeden Fall eine spezifische Immuntherapie durch Hyposensibilisierung erwogen werden. Bei gezielter Identifizierung des krankheitsauslösenden Allergens und frühzeitigem Beginn gelingt es dadurch, ein Fortschreiten des Krankheitsprozesses aufzuhalten und eventuell sogar eine Heilung zu erzielen. Eine umfassende Metaanalyse (Cochrane-Analyse), die 62 große klinische Studien in die Auswertung einbezog, wird vom Autor folgendermaßen kommentiert: „Die spezifische Immuntherapie ist effektiv in der Behandlung der Rhinitis und des Asthmas bei Pollen-, Hausstaubmilben und Katzenhaarallergie, wenn der richtige Extrakt gegeben wird. Allerdings benötigt eine effektive Hyposensibilisierung einen Zeitraum von etwa 3 Jahren. Dies erfordert vom Patienten und seinen Eltern viel Geduld und Zuverlässigkeit.

Weiterhin gibt es neuerdings einen Antikörper, der in der Lage ist, das für die allergische Reaktion verantwortliche Immunglobulin E (IgE) zu neutralisieren. Ferner berichten Therapiestudien über Erfolg versprechende Wege, die für die chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut ursächlich verantwortlichen Interleukine unwirksam zu machen. Dies versuchte man bisher, meist bei Erwachsenen, mehr oder weniger ungezielt mit immunsuppressiv wirkenden Medikamenten wie Methotrexat oder Cyclosporin A. Jetzt geht man immer mehr dazu über, ausgewählte Interleukine wie das Interleukin 4 (Il-4), dem eine Schlüsselrolle in der Entstehung der Entzündung beim Asthma bronchiale zugeschrieben wird, auszuschalten. Im Jahr 2001 wurde über eine erfolgreiche Studie berichtet, dass dies durch Inhalation von Il-4-Rezeptoren gelungen sei.