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Sind Sie wetterfühlig?

Ostseeklinik Kühlungsborn, Dermatologie, Pneumologie, Pädiatrie, Allergologie
Gerade wetterfühlige Menschen profitieren vom milden Reizklima an der Ostsee.

Reizklimatherapie wirkt postiv auf Stimmung und Stress

Wer kennt das nicht: Termindruck, berufliche und private Konflikte sind vielen von uns als Stressfaktoren bekannt. Die Stressforscher sprechen in diesen Fällen von sozialen oder komplexen Stressoren, deren Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen des menschlichen Erlebens und Verhaltens sichtbar werden können. Aber auch eine weitere Gruppe von Belastungen, die so genannten physikalischen Stressoren, haben Effekte, die ebenfalls über das vegetative Nervensystem vermittelt werden. Was in solchen Fällen hilft, ist ein mehrwöchiger Aufenthalt im milden Reizklima der Ostsee. Denn die heilklimatischen Bedingungen eines Seeaufenthaltes haben nicht nur günstige Wirkungen auf den Gesamtorganismus, sondern auch auf das subjektive Empfinden.

Allen bekannt ist die Wetterfühligkeit, unter der mehr als die Hälfte der Bundesbürger leidet. Bei wetterfühligen Menschen verstärken sich klimatische Einflüsse ganz erheblich. Speziell Luftdruckschwankungen haben hier einen entscheidenden Einfluss auf das Befinden. Es kommt zu Mattigkeit, Müdigkeit, Verstimmungen, Reizbarkeit oder im umgekehrten Fall auch zu Lebhaftigkeit und gehobener Stimmung. Besonders die negativen Wirkungen der Wetterfühligkeit entsprechen affektiven (gefühlsmäßigen) Anteilen des Stresssyndroms, denn bei beiden Reaktionen wirkt das vegetative oder autonome Nervensystem als Vermittler der Beschwerden. Folgen der Wetterfühligkeit bei entsprechenden Klimabedingungen (Luftdrucksenkung) sind häufig eine reduzierte Leistungs- und Anpassungsfähigkeit und damit auch eine herabgesetzte Stressresistenz, so dass auch anderen Belastungsfaktoren nicht mehr angemessen und wirkungsvoll begegnet werden kann.

Die Reizklimatherapie ist Bestandteil des Therapiekonzeptes der Ostseeklinik Kühlungsborn
Die Reizklimatherapie ist Bestandteil des Therapiekonzeptes der Ostseeklinik Kühlungsborn.

Als Mitursache der Wetterfühligkeit werden derzeit verschiedene Einflussgrößen wie extrem schwache elektromagnetische Impulse und niederfrequente Luftdruckschwankungen diskutiert und erforscht. Bei einem gesunden Organismus werden diese minimalen Veränderungen ausgeglichen, treten jedoch Beeinträchtigungen in Form von Krankheiten oder starken Belastungen auf, entsteht, so die Vermutung, Wetterfühligkeit.

Negative Klimaeinflüsse

Ungünstige klimatische Einflüsse auf den Verlauf – speziell auf Auslösung und Verschlechterung – sind zwar seit langem bei vielen chronischen Erkrankungen der Atemwege (Asthma und Bronchitis), bei Hautkrankheiten (Neurodermitis, Psoriasis) sowie Herz- und Gefäßerkrankungen nachgewiesen, aber die genauen Wirkmechanismen sind häufig noch unbekannt. Auch der Einfluss klimatologischer Bedingungen auf psychische Störungen wie beispielsweise Depressionen lässt sich bislang noch nicht zweifelsfrei und befriedigend nachweisen, da bisher nur das gemeinsame Auftreten von Wetterlagen und Erkrankungsphasen, nicht jedoch eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nachgewiesen werden konnte. Dennoch scheint gesichert, dass Wetterbedingungen einen wesentlichen, wenn auch in manchen Fällen nicht alleinigen Einfluss haben. Von den in absehbarer Zeit zu erwartenden Forschungsergebnissen ist eine genauere Kenntnis der Wirkung belastender Klimabedingungen auf Gesundheit und Befinden und damit auch die Möglichkeit von Vorbeugungsmaßnahmen zu erwarten.

Positive Klimaeinflüsse

Nach diesem kurzen Abriss bekannter und möglicher Gesundheitsgefahren durch belastende klimatologische Faktoren sollen nun einige Erkenntnisse und praktische Anwendungen der medizinischen Klimatologie im Hinblick auf günstige, Heilungsprozesse anregende und die Stimmung stabilisierende Wettereinflüsse vermittelt werden. Als Beispiel sei das milde Reizklima der Ostseeküste genannt.

Medizinische Klimatologie und Thalassotherapie (Meeresheilkunde) erforschen und nutzen seit über 250 Jahren die günstigen Einflüsse des Meeresklimas auf Gesundheit und Befinden. Neben spezifischen therapeutischen Effekten bei chronischen Erkrankungen der Atemwege, der Haut und des Herz- Kreislauf-Systems werden zusätzlich Immunabwehr und Stressresistenz gestärkt. Somit haben die heilklimatischen Bedingungen eines Seeaufenthaltes günstige Wirkungen auf den Gesamtorganismus und das subjektive Befinden. Die kombinierten Heileffekte bei einem Meeresaufenthalt bestehen aus dem thermischen Wirkungskomplex (Baden im Meer, sog. Luftbäder, Spaziergänge), dem chemischen Wirkungskomplex (maritimes Aerosol, d. h. natürliche Inhalation am Meeressaum) und dem aktinischen Wirkungskomplex (Sonnenstrahlung, speziell die Ultraviolettstrahlung). Diese erwiesenen physiologischen Wirkungen eines Aufenthaltes an der Küste werden auch regelmäßig von zunehmendem Wohlbefinden und Entspannung begleitet. Zusätzlich zu den oben genannten Heilkomplexen der Meeresklimatherapie bilden die hier in der Ostseeklinik Kühlungsborn durchgeführten allgemein kräftigenden Anwendungen der Physiotherapie und der Balneologie eine ideale Basis, über eine Kräftigung des Organismus die Stressresistenz und die Leistungsfähigkeit deutlich zu erhöhen.

Ein parallel dazu eingeübtes Entspannungsverfahren wie das Autogene Training oder die Progressive Muskelentspannung kann als langfristige Stressbewältigungsmethode dienen: Durch die regelmäßig ausgeübte Entspannungstechnik wird das autonome Nervensystem stabilisiert, so dass die Wirkungen von Stressfaktoren deutlich abgeschwächt werden können.

Auch außertherapeutische Begleiteffekte wie die zeitweilige räumliche Distanz zum Wohnort und die damit verbundene Entlastung von häuslichen und beruflichen Verpflichtungen können den heilklimatischen Effekt eines Aufenthaltes in der Ostseeklinik Kühlungsborn weiter verstärken. Der so regenerierte Organismus ist für längere Zeit verbessert in der Lage, die alltäglichen Belastungsfaktoren zu bewältigen.