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Persönlicher Einsatz ist gefragt

Ostseeklinik Kühlungsborn, Dermatologie, Pneumologie, Pädiatrie, Allergologie
Seit 1998 ist die studierte Sozialpsychologin als Verwaltungsleiterin der Ostseeklinik Kühlungsborn unermüdlich im Einsatz.

Kostenabrechnungen erledigen, Personalfragen lösen, Statistiken erstellen: Ein schmaler Ausschnitt aus dem umfangreichen Aufgabenfeld eines Verwaltungsleiters. Doch während die meisten "Schreibtischtäter" ihre Blicke ausschließlich auf Telefon oder Computer richten, sucht Christa Jacob, Verwaltungsleiterin in der Ostseeklinik Kühlungsborn, neben ihrer Bürotätigkeit auch den persönlichen Kontakt zum Patienten. In einem Interview berichtet sie über ihre ganz eigene Philosophie, eine Klinik zu "verwalten".

? Frau Jacob, Ihre Arbeit in der Ostseeklinik Kühlungsborn geht weit über das hinaus, was im Tätigkeitsfeld eines "typischen" Verwaltungsleiters liegt. Welche Aufgabenbereiche sind das?

Christa Jacob: Für mich ist es sehr wichtig, nahe am "Menschen" zu arbeiten. Gerade die individuelle Betreuung der Patienten spielt im "Klinikbetrieb" eine entscheidende Rolle. Aus diesem Grunde gehe ich auf die Patienten zu. Mich interessiert, ob sich ein Patient wohl fühlt, welche Anregungen oder Kritiken er hat.

Im praktischen Leben sieht dies etwa so aus: Gemeinsam mit dem Chefarzt der Klinik begrüße ich die neu angereisten Patienten persönlich. Wir geben Hinweise für ein harmonisches Miteinander während des Aufenthaltes in der Klinik, denn zum Therapieerfolg gehören nicht nur die medizinisch-therapeutischen Anwendungen, sondern auch das "Sich-wohl-Fühlen". Geburtstage werden mit einer kleinen Aufmerksamkeit begangen, bei denen ich es mir auch nicht nehmen lasse, dem Patienten persönlich zu gratulieren.

Ein Mal in der Woche haben wir "Das offene Wort" in der Klinik eingeführt. Dies ist ein lockeres Gespräch, in dem jeder Anregungen, Hinweise und Kritiken an die Klinikleitung richten kann. Auch wenn wir den Patienten nicht alle Wünsche erfüllen können, so ist es trotzdem wichtig, dass sie spüren, dass etwas geschieht.

Vor über einem Jahr ist aus persönlichen Gesprächen im Speiseraum und auf dem Flur das "Weibergeflüster" entstanden. Dies ist ein lockerer Abend mit Musik, leichten Getränken und Gesprächen nur unter Frauen. Diese Abende führe ich in größeren Abständen immer noch persönlich durch, und es macht Freude zu erleben, wie sich die Frauen wohl fühlen.

Der zweite, nicht weniger wichtige Teil meiner Arbeit liegt in der Präsentation der Klinik nach außen. So ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, die Klinik und ihr Therapiekonzept persönlich bei den einzelnen Krankenkassen vorzustellen. Ich habe anfangs von dem Anspruch der individuellen Betreuung der Patienten gesprochen. Diese beginnt letztendlich schon im Vorfeld - nämlich in der individuellen Vorstellung bei den Krankenkassen. Ich denke, dass es wichtig ist zu wissen, wer dort vor Ort sitzt, sowohl für die Mitarbeiter der Kostenträger als auch für uns.

? Warum ist Ihnen der persönliche Kontakt mit den Patienten so wichtig?

Christa Jacob: Die Klinik lebt durch die Patienten. Der Erfolg meiner Arbeit und der aller Mitarbeiter der Klinik liegt vordergründig in der Zufriedenheit der Patienten. Zufriedene Patienten werden uns weiterempfehlen und vielleicht auch wiederkommen. Sie machen unsere Arbeit erst aus. Für mich ist meine Arbeit nicht Beruf, sondern Berufung. Und durch den direkten Kontakt, ein kleines Lächeln, eine kurze Umarmung, Zuhören oder ein freundliches "Hallo" können wir so viel bewirken. Letztendlich sind wir hier nicht nur im Beruf, wir sind auch Frauen und Mütter. Ich überlege oft, was ich mir wünschen würde, wenn ich mit meinem Kind oder Kindern in einer Klinik wäre, weit weg von zu Hause, alles ist fremd. Tja, und dann kommen die Ideen von ganz allein.

? Wo liegt der persönliche Zugewinn, den Sie aus Ihrer Arbeit in der Ostseeklinik Kühlungsborn schöpfen?

Christa Jacob: Bei mir verläuft selten ein Tag, wie ich ihn geplant habe. Es gibt ständig neue Fragen, Ideen und Herausforderungen, denen wir uns stellen. Ich bin sehr dankbar und glücklich, meine Arbeit so gestalten zu können, wie ich es kurz beschrieben habe. Durch meinen engen Kontakt zu den Patienten wird mir immer wieder bewusst, wie gut es mir geht. Das Glück über meine erwachsenen Kinder, über meine Arbeit und letztendlich natürlich auch über die eigene Gesundheit.